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Rückspülfilter – Ist das notwendig und sinnvoll?

Wasser ist das mit Abstand wichtigste Element für den Menschen. Vor allem sauberes Trinkwasser. Mit einem Rückspülfilter werden selbst dem durchaus reinen Frischwasser in Deutschland weitere Fremdstoffe entzogen. Das schützt den Menschen, aber auch die eigene Hauswasserleitung.

Das Wasserleitungsnetz in der BRD als umfassend zu beschreiben, wäre eine Untertreibung. In einer Schätzung wird für das Wasser- und Kanalnetzes in Deutschland eine Länge von rund 620.000 km angenommen.

Das ist fast die Strecke zum Mond und wieder zurück oder rund 15 Mal um den Erdball. Interessanterweise deckt sich die Länge des Wassernetzes fast mit der Länge aller Straßen und Verkehrswege.

Neben den Transportwegen des Wassers sind natürlich die verschiedenen Einrichtungen zu nennen, die für die Bereitstellung des Trinkwassers notwendig sind. So etwa Grundwasserpumpstationen, Entnahmestationen an Flüssen und Seen wie auch Quellfassungen und Hochbehälter. Nicht zu vergessen die unzähligen Klärwerke, die verschmutztes Wasser wieder aufbereiten.

Das Wasser passiert auf seinem Weg von seiner Entnahme aus einer der Bezugsquellen bis zum Wasserhahn in der Küche oder im Bad unzählige Stationen, die sich unter anderem aus Ventilen, Flanschen und Dichtungen zusammensetzen.

Auf dieser langen Strecke sind es vor allem mikroskopisch kleine Partikel, die in das Wasser einfließen. Das kann abrieb von Dichtungsringen sein, feinster Sand oder auch korrodierte Bestandteile von Kupferleitungen, Mikroorganismen und nicht zu vergessen, winzige Kunststoffteile, die in den Filtern an den Entnahmestellen nicht hängen geblieben sind.

Die Ursachen für derartige Verunreinigungen des Frischwassers sind vielfältig. So etwa Wartungsarbeiten am Rohrnetz oder Rohrneuverlegungen. Längere Zeit stehendes Wasser in Leitungen führt zur Vermehrung von Bakterien und Keimen.

Unsachgemäß verzinkte Stahlrohre lassen Rostpartikel entstehen und selbst Kupferleitungen werden angegriffen und korrodieren, wenn der pH-Wert des Wassers nicht stimmt. Im Frischwasser können also durchaus eine Menge Dinge drin sein, die dort eigentlich nichts zu suchen haben.

Um dem Wasser quasi auf die Sprünge zu helfen, bevor es von der öffentlichen Wasserversorgung in die Hausleitung eingespeist wird, gibt es Wasser- und Rückspülfilter.

Wassertropfen

Was ist ein Rückspülfilter? Ist das Ganze notwendig?

Zunächst ist der Rückspülfilter hauptsächlich ein Wasserfilter, das bedeutet, dass er aus dem Wasser Fremdbestandteile einer bestimmten Größe oder einer bestimmten Beschaffenheit filtert. Zum Rückspülfilter wird er, wenn seine Konstruktion eine Rückspülfunktion beinhaltet. Das besitzt den großen Vorteil, dass der Wasserfilter nicht ausgetauscht werden muss. Somit filtert dieses Geräte Stoffe heraus um es prägnant zu sagen.

Normalerweise setzen sich Filter mit der Zeit zu. Die gefilterten Bestandteile verstopfen die feinen Poren des Filters und letztlich geht nichts mehr durch. In herkömmlichen Wasserfiltern muss deshalb das Filtersieb von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden.

Ein Rückspülfilter erspart diesen Aufwand. In dieser Bauform des Wasserfilters erfolgt eine Reinigung des darin befindlichen Dauerfilters durch Rückspülung mit Trinkwasser. Das Wasser fließt also kurzzeitig in die andere Richtung und drückt so die festen Bestandteile aus den Poren des Siebes heraus.

Das nun verunreinigte Wasser aus dem Rückspülprozess wird über einen gesonderten Ausgang des Rückspülfilters abgeleitet, entweder direkt in die Kanalisation oder in einen Auffangbehälter.

Der Rückspülfilter wird üblicherweise direkt nach dem Wasserzähler angebracht, denn erst ab da ist er Bestandteil der privaten Wasserleitung. Von der straßenseitigen Eingangsleitung bis zum Wasserzähler gehört die Leitung dem Versorger und nur dafür berechtigte und beauftragte Fachleute beziehungsweise Firmen dürfen an diesem Teil der Leitung arbeiten.

Übrigens ist für Häuser mit Wasserleitungen aus Metall der Einbau eines Wasserfilters Pflicht, für Häuser mit Kunststoffleitungen wird der Einbau empfohlen.

Was kann ein Rückspülfilter?

Ein Rückspülfilter ist ein mechanischer Filter, der den Vorgaben der DIN EN 13443-1 entsprechen muss. Das bedeutet, dass die Filterfeinheit zwischen 80 und 150 μ liegt. Umgerechnet nimmt der Filter alle Partikel mit einer Größe von 0,08 mm und 0,15 mm und größer auf. Die meisten Rückspülfilter besitzen Filter mit einer Leistung von 80 bis 100 μ.

Ein Partikel mit der Größe von 0,08 mm ist für das menschliche Auge nicht mehr zu erkennen, trotzdem kann ein solches winziges Teil in der Hauswasserleitung, aber auch im menschlichen Körper Schaden anrichten.

Natürlich nicht unmittelbar, jedoch in der Masse und in der Beschaffenheit. In der Hauswasserleitung kann er sich zum Beispiel in Ventilen festsetzen und langsam deren Undichtigkeit herbeiführen.

Im menschlichen Körper können sich etwa Schwermetalle in den Nieren oder der Leber anreichern und letztlich zu einer Vergiftung oder einem Krebsleiden führen.

Es kommt noch eine weitere Norm ins Spiel, und zwar die DIN EN 1717, in der unter anderem festgelegt ist, wie das Rückspülwasser abzuführen ist beziehungsweise, das es unbedingt so abzuführen ist, das eine Vermischung mit dem Frischwasser nach der Filterung vermieden wird.

Eine Wasserstrahlpumpe ist ebenfalls ein gern gesehenes Thema bei frischen Hausbesitzern. Ebenso wird hin und wieder nach einer Hauswasserstation mit Druckminderer gefragt.

Wassertropfen

Wie funktioniert ein Rückspülfilter?

Bildlich gesprochen funktioniert der Rückspülfilter wie ein umgekehrter Kaffeefilter. Normalerweise tropft das Wasser in der Kaffeemaschine in den Filter und fließt dann an den Seiten heraus. Beim Rückspülfilter ist es genau umgekehrt.

Das ungefilterte Frischwasser umspült von außen den Filter und dringt dann nach innen ein, wobei die Partikel, die es zu filtern gilt, an der Außenseite des Rückspülfilters hängen bleiben. Im Innern wird das nun gefilterte Frischwasser in die Hausleitung geführt.

Doch wie funktioniert die Rückspülung? Bei mechanisch bedienbaren Rückspülfiltern wird hierzu zuerst die Hauptwasserleitung zugedreht. Danach wird am Rückspülfilter ein Drehventil umgestellt. Damit wird im unteren Bereich des Filters ein Abfluss geöffnet. Das gereinigte Frischwasser aus der Hausleitung drückt nun zurück durch den Filter, nimmt dort die festsitzenden Partikel auf und wird aus dem Abfluss in die Kanalisation gespült.

Werden die Rückspülungen regelmäßig durchgeführt, bleibt auch der Filter in ordnungsgemäßen Zustand. Erst wenn der Wartungstermin zu oft versäumt wird, zieht dies auch die Funktionsfähigkeit des Filters in Mitleidenschaft. Je nach Verschmutzungsgrad dauert eine Rückspülung nur wenige Sekunden oder auch mal eine halbe oder eine Minute.

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Bei automatisch arbeitenden Rückspülfiltern übernehmen Magnetventile die Arbeit des zu- und aufdrehen der Verschlüsse. Hier gibt es verschiedene Modellvarianten. So benötigt ein vollautomatischer Rückspülfilter einen 230-Volt-Stromanschluss (Steckdose), andere, halbautomatische Rückspülfilter, kommen mit einer 9-Volt-Blockbatterie aus.

Auf jeden Fall benötigen halb- oder vollautomatische Rückspülfilter eine Abflussleitung. Komfortabler sind automatische Rückspülfilter mit Sicherheit, denn sie besitzen eine Zeitschaltfunktion, mit deren Hilfe die Rückspülung in genau festgelegten Zeitabständen durchgeführt wird.

Laut den Richtlinien in der Norm sollte dies alle sechs Monate geschehen. Das sind solche Termine, die jeder Hausbesitzer gerne vergisst.

Rückspülfilter mit Druckminderer – Die Funktion überzeugt

Viele der auf dem Markt angebotenen Rückspülfilter sind mit einem Druckminderer kombiniert, der meist eine Voreinstellung von 4 bar besitzt. Dieser regelbare Druckminderer kann dazu dienen, den Wasserdruck zu reduzieren oder im Bedarfsfall zu erhöhen, zumindest soweit, wie der anstehende Druck der von außen kommenden Wasserleitung besteht.

Diese zwei in eins Kombination ist durchaus sinnvoll, denn ein Druckminderer sollte so oder so in die Frischwasserleitung eingebaut werden. Das der Wasserversorger einen stetigen Betriebsdruck von etwa 2,5 bis 4 bar garantieren kann, ist durchaus anzuzweifeln.

Schon ein kurzzeitiger Anstieg auf 5 bar kann in einer Wohnung mittels geplatzter Leitung erheblichen Schaden anrichten. So etwas kann übrigens durchaus öfters vorkommen.

So wie das elektrische Netz in seiner Spannung schwankt, je nachdem, wie sich die Verbraucher verhalten, so schwankt auch der Betriebsdruck der Wasserleitung.

Oftmals fragen sich frisch gebackene Hausherren wie sie einen Rückspülfilter mit Druckminderer reinigen sollen oder was zu tun ist, wenn er tropft.

Wasserhahn mit Wasser

Welcher Rückspülfilter für welche Wasserleitung?

Nicht in jedes Gebäude führt eine gleich dicke Wasserleitung. Deren Durchmesser bestimmt die Wahl des Rückspülfilters, zumindest in Bezug auf die beidseitigen Schraubverbindungen. In einem Ein- oder Zweifamilienhaus kommt üblicherweise eine ¾ Zoll Wasserleitung (DN 20) an.

Nun kann aber das alte Maß Zoll nicht einfach in Zentimeter umgerechnet werden. Die Sanitärbranche hat in dieser Beziehung ihre eigenen Gepflogenheiten. So besitzt eine ¾ Zoll Wasserleitung einen Innendurchmesser von 21,6 oder 20,4 mm, abhängig davon, ob das Rohr in mittelschwerem oder schwerem Stahl ausgeführt ist. Aber immerhin ist der Außendurchmesser gleich bleibend bei 26,9 mm und darauf kommt es ja schließlich an.

Gemäß dem Bemessungsbeispiel aus der DIN EN 806-3 genügt für zwei Wohnungen eine Zuwasserleitung der Nennweite DN 20 oder eben ¾ Zoll. Bei mehreren Wohnungen verändern sich die Dimensionen nur geringfügig.

Für Häuser mit bis zu 5 Parteien wird ein Rohrdurchmesser von 1 Zoll (DN 25) gefordert. Es geht natürlich noch größer. Hersteller und Händler halten Rückspülfilter mit Rohrdurchmessern von ¾ Zoll bis 2 Zoll vorrätig.

Für den gewerblichen oder industriellen Bereich kommen noch einmal spezielle Rückspülfilter zur Anwendung, abgestimmt auf wirklich große Dimensionen und mit noch wesentlich besserer Filterfunktion. Der Reinheitsgrad des Wassers in verschiedenen Prozessschritten ist nicht selten entscheidend für den Erfolg.

Hierfür stellen die Hersteller Rückspülfilter mit Anschlüssen für Wasserleitungen zur Verfügung, die bis zu 40 Zoll betragen, also über einem Meter Durchmesser, und einer Filterfeinheit von 30 µ, Partikeln in der Größe von gerade einmal 0,03 mm.

Derartige industrielle Rückspülfilter besitzen natürlich ihren Preis, der leicht in den 5-stelligen Bereich klettert. Für den Hausgebrauch beginnt das Preisgefüge um einen Rückspülfilter bei etwa 70 Euro, wobei es dafür schon Kombinationen mit Druckminderern gibt. Für einen automatischen oder eher halbautomatischen Rückspülfilter muss schon etwas mehr angelegt werden, etwa um 300 Euro.

Wer sich nun wirklich keine Sorgen um vergessene Wartungsintervalle machen will und einen vollautomatischen Rückspülfilter einbauen möchte, wird zunächst einmal kräftig Erkundigungen einholen müssen, denn der Preis für diese Geräte wird meist nur auf Anfrage bekannt gegeben. Er liegt auf jeden Fall jenseits der 1000-Euro-Marke.

Fazit:

In Neubauten kann ein Rückspülfilter eingebaut werden, muss jedoch nicht, da hier die Wasserleitungen in der Regel aus Kunststoff bestehen. Ob sich ein Rückspülfilter bezahlt macht, kann auch nicht so einfach bejaht oder verneint werden. In diesem Zusammenhang ist sicherlich auch das Thema der Hebeanlage interessant.

Wenn jedoch schon die Industrie Rückspülfilter für ihre Prozesstechnik nutzt, dann scheint es mit der absoluten Reinheit unseres Trinkwassers doch nicht ganz so zu stimmen.

Auf jeden Fall ist ein mechanisch bedienbarer Rückspülfilter eine relativ geringe Investition. Wenn dann noch ein Druckminderer dabei ist, erst recht. Dann kommt halt im Terminkalender einfach noch ein Termin dazu, der halbjährige Wartungsintervall des Rückspülfilters.


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