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Hebeanlage für die Waschmaschine

Die Hebeanlage für die Waschmaschine, die Lösung für ein sehr altes Problem.



Die meisten jungen Menschen in Europa können mit dem Begriff „Waschtag“ kaum noch etwas anfangen oder höchstens in dem Zusammenhang, das für die Reinigung ihrer Wäsche die Waschmaschine eingeschaltet wird und etwa 2 Stunden später alles sauber ist.






WaschmaschineNoch vor rund 60 Jahren bedeutete Waschtag, zumeist für die Hausfrau, sich für einen kompletten Tag der Reinigung und Trocknung der im Haushalt anfallenden Wäsche zu widmen und komplett bedeutete dann nicht etwa ein Acht-Stunden-Arbeitstag, sondern etwa 12 bis 14 Stunden, zusätzlich zu der weiteren anfallenden Haushaltsarbeit.

Ab dem Jahr 1951 verbreitete sich auch in Deutschland der Waschvollautomat und sorgte dafür, dass viel Zeit genauso wie Wasser und auch Waschpulver oder Seife eingespart wurde. In der Regel stand damals die Waschmaschine im Keller und zur Entsorgung des beim Waschvorgang anfallenden Schmutzwassers gab es im Boden der „Waschküche“, so wurde meist ein dafür auserkorener Kellerraum bezeichnet, einen Sumpf. Üblicherweise war dies einfach ein Loch im Boden, eventuell teilweise mit Kies befüllt, indem die Waschlauge langsam ins Erdreich versickerte. So ein Sumpf war nichts für feine Nasen, zumal zu dieser Zeit die Windeln von Kleinkindern noch aus Stoff hergestellt wurden und regelmäßig gewaschen werden mussten.

In den folgenden Wirtschaftswunderjahren und mit dem dabei einsetzenden Bauboom kam es zu einer umfassenden Neuregelung der bestehenden Bauvorschriften, in denen auch festgelegt wurde, das alle Abwässer eines Grundstückes in die kommunale Kanalisation einzuleiten sind. Nur wenn keine Anschlussmöglichkeiten bestanden, durften Sickeranlagen oder Sammelgruben verwendet werden. Die sogenannte Schwerkraftentwässerung wurde zur Pflicht. Das war das Ende der ursprünglichen Kellersümpfe und glücklicherweise auch das Ende offener Kloaken, deren Geruchsmischung aus Waschpulver und Überresten des Waschvorgangs fast schon ein Markenzeichen für die Waschküchen vergangener Tage waren.

Doch wohin mit dem schmutzigen Waschwasser aus der Maschine im Keller?




Die Lösung: die Hebeanlagen für Waschmaschinen

Auch heute ist der Keller in vielen Haushalten der Ort, an dem die Waschmaschine angeschlossen und betrieben wird. Aus Platzgründen und auch, um die Lärmemission während des Betriebs der Maschine aus dem eigentlichen Wohnbereich fernzuhalten. Die Waschküche im Keller gibt es immer noch, jedoch technisch auf- und ausgerüstet mit Waschmaschine, Trockner und einer Hebeanlage, um das anfallende Abwasser umweltgerecht der Kanalisation zuzuleiten, unsichtbar und geruchlos.

 

Die Problematik für die meisten Keller besteht darin, dass sie sich unterhalb des Hausanschlusses der öffentlichen Kanalisation befinden und damit die Schwerkraftentwässerung mittels Gefälle nicht möglich ist.

Das Abwasser aus der Waschmaschine darf und soll jedoch nicht einfach in das Erdreich entsorgt werden, sondern muss über die Kanalisation dem örtlichen Klärwerk zugeführt werden.

Hebeanlagen für Waschmaschinen lösen dieses Problem.

 

Was enthält das Baurecht zu diesem Thema?

Wie bereits erwähnt sind im Bauwesen fast alle Verfahren, technische Lösungen und Ansprüche an Materialien über Vorschriften in Form von Normen geregelt. So auch im Bereich der Hebeanlagen. Alles, was eine Hebeanlage in oder bei einem Haus betrifft, findet sich im Regelwerk folgender Normen:

 

  • DIN EN 12056
  • DIN EN 12050-1
  • DIN EN 12050-2
  • DIN EN 12050-3
  • DIN EN 12050-4

 

Die DIN EN 12056 beinhaltet die allgemeinen Ausführungsanforderungen zur Schwerkraftentwässerung in Gebäuden, von der Art der zu verwendenden Materialien über den Grad des Gefälles eines Rohres bis zu Ventilen, Rückstausicherungen und Entlüftung. Diesen Anforderungen folgen quasi auf dem Fuß die Regelungen zu Hebeanlagen, die immer mit der übergeordneten DIN EN 12056 in Verbindung stehen.

 

Die DIN EN 12050 teilt sich in vier Bereiche auf, wobei Teil 1 bis 3 über die fachgerechte Verwendung bestimmter Hebeanlagen zu verschiedenen Verwendungszwecken informieren, während der vierte Teil der Planung und Realisierung von Hebeanlagen gewidmet ist.

In der DIN EN 12050-1 geht es um Fäkalienhebeanlagen, die zur Entsorgung von Schwarzwasser aus Toiletten dient, die sich unterhalb des Kanalisationsanschlusses befinden und für Toiletten oder WC bestimmt sind, die einer häufigen Nutzung unterliegen.

 

Mit der DIN EN 12050-3 wiederum werden Fäkalienhebeanlagen zur begrenzten Verwendung beschrieben.

 

Bleibt noch die DIN EN 12050-2, in der es um eine Schmutzwasserhebeanlage geht, um sogenanntes Grauwasser, beispielsweise das Abwasser aus Waschmaschinen.

 

Was ist eine Hebeanlage für Waschmaschinen?

Der technische Aufbau einer Hebeanlage für Waschmaschinen stellt sich relativ einfach dar. Es handelt sich um eine Pumpe beziehungsweise Tauchpumpe mit Schwimmerschalter, die in einem Sammelbehälter integriert ist, an und von dem Rohrleitungen führen, über die das Grauwasser aus der Waschmaschine gesammelt und anschließend in die Hausanschlussleitung der Kanalisation gepumpt wird. Im Gegensatz zu Fäkalienhebeanlagen kann es aber bei Hebeanlagen für Waschmaschinen dazu kommen, das relativ heißes Abwasser aus der Waschmaschine kommt, dementsprechend müssen die verschiedenen Materialien einer derartigen Hebeanlage darauf ausgerichtet sein, mit höheren Temperaturen fertig zu werden.

In der Regel beträgt die Austrittstemperatur des Abwassers aus einer neuen Waschmaschine nie mehr als 60 Grad Celsius, selbst wenn ein Programm für Kochwäsche gewählt wurde. Die Waschmaschinen führen dem heißen Abwasser selbstständig kaltes Frischwasser zu, bevor es abgepumpt wird.

Dieser Temperaturbereich ist weder für die heute verwendeten Kunststoffe noch für Gummidichtungen ein Problem.

 

Während eine Fäkalienhebeanlage in der Regel mit einer Zerkleinerungseinrichtung ausgestattet ist, muss dies bei einer Hebeanlage für Waschmaschinen nicht sein. Bei ihnen ist die eingebaute Kreiselpumpe so ausgelegt, dass größere Partikel mit dem Grauwasser abgeführt werden. Dies können Korngrößen von bis zu 8 mm sein. In der Regel fängt das Flusensieb der Waschmaschine größere Partikel auf, bevor diese in den Abwasserstrom gelangen.

 

Die Technik der Hebeanlage für Waschmaschinen wird von den Herstellern in einen Behälter gepackt, der nach außen luft- und wasserdicht abschließt, wobei hier die DIN EN 12050-2 vorschreibt, das die Hebeanlage über Dach be- und entlüftet werden muss, wenn keine eigene Lüftung eingebaut ist, etwa ein Aktiv-Kohle-Filter. Damit wird ein neues Kapitel eröffnet: der Anschluss der Hebeanlage für Waschmaschinen an die Hauskanalisation.

 

Eine Hebeanlage für Waschmaschinen anschließen

Bei der Installation einer Hebeanlage für Waschmaschinen prallen in der Regel die Anforderungen aus der DIN EN 12050-2 und die möglichst sparsame Umsetzung des Anschlusses durch den Hausbesitzer aufeinander. Geht es nach der Norm, wird zum sachgemäßen Anschluss der Hebeanlage eine Entlüftung über Dach benötigt, das bedeutet die Installation eines Entlüftungsrohres hin zur normalen Hausentlüftung. Im Weiteren sollte die Druckleitung, über die das Abwasser zum Kanalisationsrohr geführt wird, über eine Rückstauschleife verfügen, deren Scheitelpunkt sich über der Rückstauebene befindet.

Entsprechend der Norm sollte die Hebeanlage in privaten Häusern mindestens einmal pro Jahr gewartet werden und nach dem Anschluss und vor der Inbetriebnahme ist ein Probelauf durch einen Fachkundigen durchzuführen, wobei es gilt, eine Checkliste abzuarbeiten, die 13 Punkte umfasst.

 

In der Realität treffen derartig viele Vorgaben nur zur Entsorgung von Grauwasser aus dem Keller meist auf wenig Gegenliebe. Sowohl die Entlüftung über Dach wie auch die Anbringung einer Druckleitung mit Rückstauschleife stellen den Hausbesitzer oft genug vor bautechnische Probleme und eine Kostenanhäufung, die den Preis einer Hebeanlage für Waschmaschinen unverhältnismäßig in die Höhe treibt.

 

In vielen Fällen erfolgt der Anschluss der Hebeanlage für Waschmaschinen recht unkompliziert durch das Anschließen des Abwasserschlauches der Waschmaschine an die Hebeanlage und die Abführung über einen eingebauten Abzweig an der nächstgelegen Abwasserleitung. Dann wird der Stecker der Pumpe in die Steckdose gesteckt und es kann losgehen. Eventuell ist eine Verbindungsschelle nicht richtig angezogen, was sich durch ein bisschen Tröpfeln bemerkbar macht und was mit einem Schraubenzieher schnell behoben ist. Nicht umsonst werden viele Hebeanlagen für Waschmaschinen zur Selbstmontage angeboten.

 

Was kann passieren?

Die beschriebene Rückstauschleife in der Druckleitung von der Hebeanlage zum Hausanschluss der Kanalisation soll bei Hochwasser verhindern, das Wasser aus der Kanalisation über die Hebeanlage in die Kellerräume vordringt. Dieser Problematik kann aber auch mit einer Rückstauklappe begegnet werden, die in die Druckleitung eingebaut wird und Stauwasser aus der Kanalisation aufhält. Bei Hebeanlagen für die Entsorgung von Schwarzwasser, Fäkalien, ist diese so oder so vorgesehen. Zudem besitzen heute moderne Waschmaschinen einen eingebauten Aqua-Stop, der für zusätzliche Sicherheit sorgt.

 

Die Entlüftung der Hebeanlage soll die Bildung explosiver Gase in der Hebeanlage verhindern, wobei die Abwässer einer Waschmaschine oder auch eines zusätzlich angeschlossenen Handwaschbecken kaum Bestandteile enthalten, die entsprechende Gase entwickeln. Selbst wenn explosive Gase entstehen, ist das Volumen des Sammelbehälters so gering, das sich hierbei keine nennenswerten Mengen aufbauen können.

 

Würde nun tatsächlich ein Schadensfall eintreten, wie die Überflutung des Kellers, kann die Hausratversicherung unter Berufung auf die Vorgaben aus der EN 12050-2 unter Umständen eine Begleichung des Schadens verweigern.

 

Wer sich jedoch an ein paar Vorsichtsmaßnahmen hält, wie den Einbau von Rückstauklappen und in Verbindung mit Wasserenthärtungsanlagen die Verwendung von Magnetventilen in der Frischwasserzuleitung, muss sich auch ohne Rückstauschleife und Entlüftung keine Sorgen um seinen Keller machen. Dabei halten sich die Investitionen in diese Zusatzteile im Gegensatz zu aufwendigen und nur durch den Fachmann ausführbare Rohrleitungsbauten sehr in Grenzen.

 

Hebeanlage für Waschmaschinen, die perfekte Lösung

Um das Grauwasser aus Waschmaschinen abzuführen, die im Keller betrieben werden, stellen entsprechende Hebeanlagen eine kostengünstige Investition dar, wobei sich gerade die Markenprodukte unter den Hebeanlagen für Waschmaschinen durch eine lange und fehlerfreie Betriebsdauer auszeichnen. Nicht selten werden in entsprechenden Foren im Internet von 15 Jahren und mehr gesprochen, in denen die Hebeanlagen ihren Dienst versahen, womit sie oft die Lebensdauer der angeschlossenen Waschmaschinen übertreffen.

Auf diese Weise wird die althergebrachte Waschküche vergangener Zeiten zum modernen Arbeitsraum ohne Wasserdampfschwaden und Pfützen von Waschlauge auf dem Boden. Der Hebeanlage für Waschmaschinen sei Dank.