Skip to main content

Hebeanlage für das WC

Unter der Bezeichnung Hebeanlage WC sind Systeme zu verstehen, mit deren Hilfe sogenanntes Schwarzwasser, also mit Fäkalien durchsetztes Spülwasser aus Toiletten auf ein höheres Niveau gepumpt wird, um es in die Kanalisation einzuleiten. Benötigt wird eine Hebeanlage WC überall dort, wo sich eine Toilette unterhalb des Kanalisationsanschlusses befindet.







Warum eine Hebeanlage WC?

Hebeanlage für das WC/Toilette

Hebeanlage für das WC/Toilette

Wer ein Gebäude besitzt, möchte dessen Wohnfläche gerne optimal nutzen. Dies kann in Form der Erweiterung des Mietraumes sein, um so durch Vermietung und Verpachtung höhere Einnahmen zu erzielen oder ein Ausbau der gewerblichen Flächen genauso wie die Wohnraumerweiterung aus familiären Gründen.

Oft wird dazu das noch nicht ausgebaute Dachgeschoss umgestaltet, aber immer öfter auch das Kellergeschoss, das dank neuer Techniken und Materialien im Bauwesen heute nicht mehr der dunkle und manchmal etwas unheimliche Ort sein muss, den vielleicht Viele so aus der Kindheit in Erinnerung haben.

 

Dabei gibt es gerade in Deutschland in Beziehung auf Renovierung und Ausbau von Gebäuden viel zu tun. So zählt mehr als die Hälfte des gesamten Wohnraumbestandes in der Bundesrepublik Deutschland zu den Bestandsbauten, die im Zeitraum vor und etwa zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges errichtet wurden und die noch keine grundlegende Erneuerung erfahren haben. Ein riesiger Bestand an Wohnhäusern, die seit mehr als dreißig, vierzig oder fünfzig Jahre nicht oder nur teilweise renoviert wurden.

Genau diese Bestandsbauten sind fast alle unterkellert. Während heute das Kellergeschoss nicht unbedingt zur Ausstattung eines neuen Wohnhauses gehören muss, war dies früher praktisch unabdingbar, zum einen aufgrund statischer Erwägungen bei mehrgeschossigen Stadthäusern und zum anderen einfach aus Platzgründen.

In der ersten Hälfte und bis weit in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hinein gehörte der Kohlenkeller, der Heizungsraum und der Vorratsraum zum Haus dazu und untergebracht waren diese mit Ruß und Schmutz verbundenen Betriebsräume im Keller. Ältere Personen können sich vielleicht noch an Kohlenrutschen erinnern, die von außen durch ein Kellerfenster gelegt und über die Steinkohle oder Briketts vom Kohlehändler in den Keller befördert wurden.

Das ist natürlich Vergangenheit und heute befinden sich viele dieser Keller in einem Dornröschenschlaf und dienen der Aufbewahrung von überflüssigen Haushaltsutensilien, für die nur noch keine Gelegenheit gefunden wurde, sie dem Sperrmüll zu übergeben.

 

Doch jeder Keller kann zum wertvollen Wohnraum umgebaut werden, inklusive Bad und WC. Damit dies auch mit dem Kanalisationsanschluss funktioniert, gibt es unter anderem Klo Hebeanlagen.




Hebeanlagen und die Abwasserentsorgung

In den deutschen Kommunen besteht die Pflicht zur ordnungsgemäßen Abwasserentsorgung über ein Rohrleitungsnetz hin zu einem Klärwerk, in dem die Aufbereitung und Rückführung des gereinigten Abwassers in den natürlichen Kreislauf erfolgt. Aus verständlichen Gründen funktioniert eine kommunale Abwasserentsorgung über die Schwerkraft, also, indem die verschiedenen Rohrleitungen ein geringes Gefälle besitzen, um die Abwässer abfliesen zu lassen. Dieses Gefälle beträgt etwa einen halben bis ein Zentimeter auf eine Länge von einem Meter.

Mehr soll und darf es nicht sein, denn ein zu großes Gefälle würde die Fließgeschwindigkeit des Wassers erhöhen, nicht aber dessen Druck. In der Folge würden grobe Bestandteile des Abwassers in den Rohren und Sammlern der Kanalisation liegen bleiben und diese allmählich verstopfen.

Ein halber Zentimeter erscheint nicht viel, wird jedoch das kilometerlange Streckennetz einer kommunalen Abwasseranlage zugrunde gelegt, summiert sich dieser halbe Zentimeter schon bei einem Kilometer auf 5 m Höhenunterschied. Nicht umsonst werden Kläranlagen in ihrem Einzugsgebiet, wenn möglich, am geologisch tiefsten Punkt gebaut. Wenn dies nicht möglich ist, kommen auch hier Hebeanlagen zum Einsatz, jedoch in wesentlich größeren Dimensionen und auch in anderer Technik als eine Klo Hebeanlage in privaten oder gewerblichen Räumen. Alternativ gibt es eine Toilette mit Hebeanlage.

Die WC Hebeanlage muss eine durchaus beträchtliche Höhe überwinden. Der Hausanschluss zur Kanalisation wird üblicherweise in einer Tiefe von 80 cm bis 1 m unter Bodenniveau verlegt. Der Kellerboden eines Hauses liegt etwa 2,50 m unter dem Bodenniveau.

Da sich die WC Hebeanlage direkt auf dem Boden oder je nach Art des Einbaus in einer extra zu diesem Zweck gebauten Vertiefung befindet, muss sie das Abwasser über eine Höhe von rund drei Metern befördern. Dabei ist eingerechnet, das die Verrohrung der WC Hebeanlage eine senkrecht nach oben führende Schleife beinhaltet, die über die sogenannte Stauwasserebene hinausragt.

Diese Schleife verhindert, dass im Fall einer Abwasserstauung durch beispielsweise übermäßige Regenfälle das in der Kanalisation befindliche Abwasser durch den Hausanschluss zurück in die Hebeanlage gedrückt wird. Gleichzeitig verhindert die Schleife ähnlich einem Siphon, dass sich Gerüche aus den Kanalrohren über das WC im Haus verbreiten. Natürlich besitzen gute WC Hebeanlagen zusätzliche Rückschlagklappen, die gleichermaßen einen Rückstau von Abwasser verhindern.

 

Das Prinzip der Hebeanlage WC

Hebeanlagen für Schwarzwasser besitzen im Unterschied zu Grauwasser-Hebeanlagen eine Verrohrung mit etwas größerem Durchmesser und in der Regel ein Pumpensystem, bei dem der Motor außerhalb des Sammelbehälters angebracht ist und sich nur das Pumpengehäuse im Abwasser befindet. Zusätzlich kann die Pumpe mit einem zusätzlichen Schneidwerk ausgestattet sein, entweder als Teil der Pumpe selbst oder als ein daneben installiertes Rührwerk, wodurch sich der mögliche Rohrdurchmesser verringern lässt.

 

Bezüglich der Bauvorschriften unterscheidet sich eine Hebeanlage WC in der Häufigkeit des Gebrauchs. Das hat nun nichts damit zu tun, wie oft ein einzelner Bewohner das stille Örtchen aufsucht, sondern mit der möglichen Anzahl der Nutzer, wodurch sich die Abwassermenge erhöht oder senkt.

In der Realität bedeutet dies, das etwa die WC Hebeanlage für eine im Keller befindliche Wohnung der Norm EN 12050-3 entsprechen muss, also einer Fäkalienhebeanlage zur begrenzten Verwendung, wenn sich in den darüber liegenden Stockwerken eine herkömmliche WC-Anlage befindet.

Wenn es sich jedoch um eine gewerblich genutzte Hebeanlage handelt, beispielsweise für eine Kellerbar oder Ähnliches, darf die Hebeanlage WC nach der Norm EN 12050-3 nicht eingebaut werden.

 

Die Norm EN 12050-1 beschreibt eine Fäkalienanlage zur unbegrenzten Verwendung, etwa für gewerblich genutzte Räume oder Gebäude, in denen sich keine weiteren WC befinden. Hier besteht der Unterschied zur begrenzt verwendbaren WC Hebeanlage schon im Durchmesser der Druckrohre, die von der Hebeanlage zum Kanalisationsanschluss führen. Besitzt diese keine Fäkalienzerteilung, beträgt der Mindestdurchmesser des anzuschließenden Druckrohres rund 89 mm. Mit einer Fäkalienzerteilung reduziert sich der Rohrdurchmesser auf einen Durchmesser von 42 mm.

 

Wie werden Hebeanlagen WC verbaut?

Moderne Technik macht es möglich, dass eine Hebeanlage WC fast unsichtbar unter und hinter der Toilette verschwindet. Dabei wird auch keine spezielle WC-Schüssel benötigt oder andere Sondereinrichtungen oder Sonderzubehör.

Die WC Hebeanlage ist auf den Standardanschluss der Toilette eingerichtet und wird zusammen mit der Verrohrung zur Kanalisation zuerst installiert. Das eigentliche WC wird im Anschluss daran wie jede andere Toilette gesetzt und an den Eingang der Hebeanlage angeschlossen.

Die Modellvielfalt ist fast grenzenlos und einige Modelle besitzen sogar Blenden aus Porzellan, die die Hebeanlage hinter dem WC vollständig unsichtbar machen. Die WC Hebeanlage kann aber auch zusammen mit dem Spülkasten hinter einer Montagewand verschwinden. Dies ist besonders dann eine interessante Variante, wenn ein vollständiges Badezimmer im Keller eingerichtet oder zum WC noch ein Handwaschbecken installiert wird, was ja eigentlich der Mindestbedarf für eine Toilette darstellt. Auch das Abwasser aus dem Handwaschbecken wird dann über die Hebeanlage WC in die Kanalisation abgeführt.

 

Natürlich finden sich in den Sortimenten der Hersteller auch WC Hebeanlagen, die nur das Abwasser der Toilette entsorgen. Wenn etwa sehr beengte Verhältnisse nur die Anbringung eines WC erlauben, stellen diese Anlagen die optimale Lösung dar.

 

Wie sind WC für die Toilette ausgestattet?

Gute WC Hebeanlagen besitzen einen Motor mit einer Leistung von 500 bis 600 Watt. Je nach Bedarf verfügen sie über mehrere Anschlüsse, um neben der Toilette auch Handwaschbecken, Duschen, Waschmaschinen oder Urinale anzuschließen.

Wichtige und beim Kauf zu beachtende Punkte sind einmal die Förderleistung der Pumpe in Liter pro Minute und die Förderhöhe. Diese Merkmale können auch die Grundlage zur Wahl der richtigen WC Hebeanlage darstellen. Dabei kann ruhig der Grundsatz gelten, das es eine Überdimensionierung der Hebeanlage praktisch nicht geben kann, eine Unterdimensionierung jedoch schon. Dies gilt für reine WC Hebeanlagen, die nur der Entsorgung des Schwarzwassers aus der Toilette dienen, kaum. Hier besteht eigentlich immer genügend Pumpenleistung, um das anfallende Abwasser abzuleiten.

 

Ein vollständiges Badezimmer im Keller inklusive Waschmaschine kann jedoch in bestimmten Momenten eine recht hohe Menge an Abwasser hervorbringen. Da ist es wichtig, eine WC Hebeanlage verbaut zu haben, deren Pumpe genügend Leistung bringt, um das Grau- und Schwarzwasser zügig wegzupumpen. Dazu finden sich etwa Hebeanlagen, deren Pumpen bis zu 300 l pro Minute abführen. Wenn etwa gerade die Waschmaschine ihre Trommel entleert und gleichzeitig geduscht wird, fallen schon einige Liter Abwasser an, die sich zuerst einmal im Sammelbehälter der WC Hebeanlage einfinden, um von dort mittels der Pumpe in die höher gelegene Kanalisation verbracht zu werden.

 

Sind Hebeanlagen WC sicher?

Der Knackpunkt einer Hebeanlage WC ist die Pumpe. Fällt diese aus, kann natürlich weder Schwarz- noch Grauwasser befördert werden, es sei denn, in der Anlage ist eine manuell zu bedienende Zusatzpumpe verbaut, die natürlich nur dazu dient, das nach dem Ausfall noch im Sammelbehälter befindliche Abwasser wegzupumpen, um die Reparatur einzuleiten.

Dazu muss gesagt werden, dass in Hebeanlagen WC sehr wartungsarme Kreiselpumpen oder Verdrängerpumpen eingebaut werden. Derartige Kreiselpumpen kommen seit Jahrzehnten überall auf der Welt zum Einsatz und zeichnen sich durch ihre enorm hohe Laufleistung aus. Nicht umsonst geben viele Hersteller auf ihre Hebeanlagen WC bis zu 6 Jahre Garantie. Dies zeigt das Vertrauen in die Anlagen, das die Produzenten von Hebeanlagen WC gerne an ihre Kunden weitergeben.